Weltmeisterschaft 2018 – „Road to Israel“ aus der Sicht eines Trierer Legionärs


Der Trierer Sylvain Darroman wurde für die Luxemburgische Nationalmannschaft ausgewählt und machte sich am heutigen Samstag auf den Weg nach Netanya, Israel, um an der Lacrosse-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Kurz vor Abfahrt hat sich Sylvain noch kurz Zeit genommen, uns einige Fragen zu beantworten.

Legionäre: Hallo Sylvain, wir interviewen dich heute zum Thema Luxemburgische Lacrosse Nationalmannschaft, für die du bei der WM 2018 spielst. Wie und wo hat deine Lacrossereise ursprünglich begonnen?
Sylvain: „Das erste mal habe ich den Sport bei den Infotagen an der Uni Mainz gesehen. Als ich dann mit dem Bachelor in Trier angefangen habe, habe ich herausgefunden, dass es eine
Unimannschaft gibt und war von Anfang an begeistert.“

Legionäre: Wie ist es dann dazu gekommen, dass du für die Luxemburgische Nationalmannschaft ausgewählt wurdest? Und warum darfst du auch ohne Luxemburgischen Pass bei der Luxemburgischen Nationalmannschaft spielen?
Sylvain: „Der Präsident und Gründer des Lacrosseclubs in Luxemburg, Pit Bingen, hat eine Zeit lang bei uns in Trier mittrainiert. So haben wir uns kennengelernt und angefreundet. Als er dann angefangen hat, das Programm in Luxembourg aufzubauen, bin ich regelmäßig dort ins Training gefahren und war dabei als Luxemburg zwischen den Jahren die Zulassung zur WM bekommen hat. Da bei der WM jedes Team drei Plätze im Kader hat, die von Spielern besetzt werden dürfen, die nicht die jeweilige Staatsbürgerschaft haben, habe ich mich beworden und einen dieser drei Plätze erhalten.“


Sylvain Darroman im Trikot der Luxemburgischen Nationalmannschaft

Legionäre: Ihr hattet also nur ca. sechs Monate Zeit euch konkret auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten.
Wie sah da die Vorbereitung des Teams auf die WM vor? Gab es besondere Vorgaben von den Trainern, oder kamen spezielle Trainingmethoden zum Einsatz?
Sylvain: „Wir haben die kurze Zeit bestmöglichst genutzt und auch davon profitiert, dass wir im Gegensatz zu anderen Nationalmannschaft regelmäßig mit einem Großteil des Teams zusammen trainieren konnten.
Von unseren Trainern aus Kanada haben wir zustäzlich einen Trainingsplan bekommen, bei dem verschiedene Aktivitäten wie Joggen, Yoga oder Krafttraining verschieden viele Punkte gaben, mit denen wir eine Wochenpunktzahl erreichen mussten.
Außerdem hatten wir regelmäßig Trainingscamps, insbesondere unser fünftägiges Mai-Camp, in dem wir erstmals mit allen Coaches aus Kanada und England sowie fast dem kompletten Kader trainiert haben. In den anderen Camps gab es immer wieder verschiedene Spezialisten, die beispielsweise eine „Running clinic“ oder ein „Mind awareness Training“ mit uns gemacht haben.“

Legionäre: Hast du dich zusätzlich selbst noch auf die anstehende WM und die Belastung vorbereitet?
Sylvain: „Ich habe meine Ernährung etwas umgestellt, um gesünder zu essen, und vor allem auch versucht, regelmäßig die Yogaübungen zu machen, die uns gezeigt wurden. Neben dem Lacrossetraining dreimal die Woche war ich auch wieder regelmäßiger joggen und habe gezielt Krafttraining gemacht.“

Legionäre: Ihr habt am 11. Juli das erste Spiel der WM gegen Hongkong. Es wird erwartet, dass ein Großteil der
Spieler der anderer Mannschaften vor Ort sein und sich das Spiel live anschaut. Wie ist deine Gefühlslage
mit Hinblick auf dieses erste Spiel auf so einer großen, internationalen Bühne?
Sylvain: „Ich bin wie alle anderen im Team ziemlich aufgeregt. Es geht darum uns von unserer besten Seite zu zeigen und ich hoffe, dass die ganzen Stunden, die wir ins Training investiert haben, sich auszahlen werden. Auch wenn wir klar als Underdog auf dem Platz stehen, ist das unsere erste Chance
der Lacrosse-Welt zu zeigen, was Luxemburg drauf hat. Und bekanntlich zählt ja der erste Eindruck am meisten.“

Legionäre: Luxemburg spielt das erste Mal bei einer WM und keiner eurer Spieler hat bis jetzt auf Nationalmannschaftslevel gespielt. Was sind deine Erwartungen an dich und an die Mannschaft für die WM?
Sylvain: „Wir versuchen alle diese außergewöhnliche Chance zu genießen. In erster Linie geht es darum Spass zu haben. Natürlich will ich mein bestes geben, genau wie jeder andere in der Mannschaft. Unser Ziel als Team ist es, die beste Mannschaft zu sein, die wir sein können.“

Legionäre: Wie groß ist die Vorfreude auf die fast drei Wochen und worauf freust du dich am meisten?
Sylvain: „Rießig!! Ich kann es kaum erwarten am 7.7. in das Flugzeug zu steigen und endlich vor Ort zu sein. Am meisten freue ich mich darauf, Lacrosser aus der ganzen Welt kennen zu lernen und diese ganze WM-Atmosphäre zu genießen.“

Legionäre: Dann wünschen wir dir einen guten Flug und alles Gute für die WM, drücken dir und der Luxemburgischen Nationalmannschaft die Daumen und freuen uns dich am 11.Juli
um 18:30 das erste Mal live spielen zu sehen!

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